Die lebendige Tracht

In Heroldsbach, so wie in der gesamten fränkischen Schweiz, wurde und wird auch heute noch die lebendige fränkische Tracht getragen. Von Ort zu Ort sieht man leichte Unterschiede im Erscheinungsbild der Tracht.

Selbst an normalen Werktagen kann man sie manchmal noch sehen. Täglich wird sie jedoch nur noch von alten Frauen getragen. An hohen Festtagen und bei Festumzügen im Dorf ziehen auch junge Frauen heute noch die lebendige Tracht an. Dann natürlich die Festtagstracht.

Bei der Tracht unterscheidet man:

Die Sonntagstracht meist  in die Kirche getragen wird.

    

Die Blaue Woar – die aus leicht waschbaren Baumwollstoffen besteht und zur Arbeit angezogen wurde.

–Die große Festtagstracht – die an hohen kirchlichen Feiertagen, wie Fronleichnahm getragen wird.

Im folgenden möchten wir die bunte Woar beschreiben.
Den Mittelpunkt der Tracht bildet das Mieder oder Leib wie es in Franken heißt. Dieser Leib wird immer getragen, egal welche Montur die Frau trägt. Das Mieder ist meist aus schwarzem Samt mit Borten an Arm und Halsausschnitt. Es wird außerdem mit Stielstich, Hexenstich, „Gänsfüß“ und „Gänszeh“ bestickt und, ganz wichtig, in Taillenhöhe gut gepolstert.
Darunter sind Bluse, „Unterrock und Boxel“ (lange, bis zum Knie reichende Unterhose). Heute alles in weißer Baumwolle zum Teil mit Spitzen.
Auf den Leib trägt die Frau den Rock der 4 m Saumlänge hat und bis zu den Waden reicht. Am unteren Saum ist die Besenborte (Zackenborte), 20 cm darüber kommen, mit 10 cm Abstand zueinander, 2 Satinborten. Am Bund ist der Rock im Rückenteil stark gefältelt, damit er schön „bollern“ kann. Die Frau bekommt dadurch und durch die Polster vom Leib eine schmale Taille und ein schönes Hinterteil. Der Rock wird vorn seitlich geschlossen.
Darüber kommt eine festliche Schürze aus Seide oder Brokat, die mit einfarbigen Bändern aus breitem Schleifenband im Rücken gebunden wird. Die Schleife ist nur klein, die Bänder fallen bis auf den Rocksaum herunter.
Vervollständigt wird die Tracht durch ein großes Schultertuch mit langen Fransen, das in Heroldsbach vorn in den Leib gesteckt wird.