Die Historische Tracht

Die historische Tracht ist eine Modeform des Rokokos und wurde um 1900 herum allmählich von der lebendigen Tracht abgelöst. Zu der Zeit legten die Männer die Tracht ganz ab, sodaß es keine lebendige Tracht der Männer gibt.
Auch bei der historischen Frauentracht ist der Leib das Hauptteil. Ebenso bestickt und ausgepolstert wie bei der lebendigen Tracht. Darunter befindet sich ein langes weißes Hemd, eine lange „Boxel“ die unterm Knie mit einem bestickten Band gehalten wird und 2 Unterröcke auf die ähnliche Satinborten genäht werden wie die Röcke der lebendigen Tracht. Darüber kommt der Bänderrock mit 6 m Saumlänge, roter Innenkannte und 10 cm breiter grüner Satinborte. Dieser Rock ist reich gefältelt und reicht bis zum Knöchel. Darüber kommt eine bunte 2 m lange Seidenschürze. Mit bestickten Borten ist diese Schürze eingefaßt. Außerdem sind rechts und links an den unteren Ecken Rosetten aufgesetzt. Mit der selben Borte wird die Schürze vorn gebunden, wobei die Schleife klein bleibt und die Bänder bis zum Rocksaum fallen.
Darüber trägt die Frau einen Schoppen oder Stutzala wie diese Jacke in Heroldsbach heißt. Die taillenkurze Jacke ist aus feinem Wollstoff mit grünen Samtkanten.
Danach kommt das Atlastuch mit langen Fransen und schließlich das „Ninderbindtüchla“ mit schwarzer Spitze. Komplett ist die Frauentracht aber erst durch das weiße oder rote Hörnertuch. Das rote Hörnertuch trägt die Frau zu Festen oder zum Kirchweihtanz, das weiße, reich bestickte, Hörnertuch wurde früher nur zu hohen kirchlichen Feiertagen getragen. Heute kommt es auch zu besonderen Anlässen aus dem Schrank.
Die fränkische Männertracht besteht nur noch in der Form von 1900 und wird lediglich zu besonderen Anlässen getragen. Die Männer haben eine Kniebundhose, ähnlich wie man es aus Bayern kennt, jedoch in schwarz, ohne helle Biesen und ohne seitlicher Messertasche. Gehalten wird die Hose durch zum Teil reich bestickte Hosenträger. Die Hosenträger tragen auch das gestickte Monogramm (die Anfangsbuchstaben der Namen) des Tragenden. Darunter befindet sich ein weißes Hemd mit schwarzem „Mäschla“ (Schleife). Darüber kommt eine rote Weste mit Goldknöpfen die an den Rändern mit goldfarbener Borte besetzt ist. Die Verlängerungen der Knopflöcher sind mit Goldstickereien verziert.


Junge Männer trugen darüber eine schwarze, taillenkurze Jacke mit Silberknöpfen. Die verheirateten Männer trugen knielange, grüne Mäntel mit Silberknöpfen. Heute wird diese Kleiderordnung nicht mehr so streng gehandhabt. Der besondere Schmuck dieser Tracht ist sicher der fränkische Schaufeldreispitz, der Hut der Männer. Er wird je nach Ort unterschiedlich geformt und getragen.